Der Beckenboden – Definition, Funktion & Aufbau

09.08.2018 11:33

Der Beckenboden - Definition, Funktion und Aufbau

DEFINITION & FUNKTION

Als Beckenboden wird der bindegewebig-muskulöse Boden der Beckenhöhle beim Menschen bezeichnet. Gebildet wird er unter anderem durch den Musculus levator ani (Heber des Afters).

Der Beckenboden hat drei Hauptfunktionen:

  1. Anspannen: Ein starker Beckenboden stützt die Lage der Bauch- und Beckenorgane, z.B. Harnblase, Darm, Gebärmutter, Eierstock und Vagina bei der Frau sowie Prostata beim Mann. Zudem unterstützt er die Schließmuskeln von Harnröhre und After. Anspannen ist wichtig, um die Kontinenz (die Fähigkeit, Harnausscheidung und Stuhlgang willkürlich zurückzuhalten) von Mann und Frau zu sichern.
  2. Entspannen: Der Beckenboden muss sich beim Stuhlgang, beim Wasserlassen und bei der Frau beim Geschlechtsverkehr und der Geburt öffnen können. Er muss also auch loslassen und sich entspannen können.
  3. Reflektorisch gegenhalten: Beim Husten, Lachen, Niesen oder Springen sowie bei körperlicher Anstrengung muss der Beckenboden dem hohen Druck, der im Bauchraum entsteht, standhalten. Andernfalls kann es zum Urinverlust kommen. Ein starker Beckenboden beugt somit vielen Beschwerden, wie z.B. Rückenschmerzen oder Inkontinenz, vor und sorgt für eine aufrechte Körperhaltung. Eine gestärkte Beckenbodenmuskulatur kann darüber hinaus einen positiven Einfluss auf das Sexualleben haben. Sie möchten Ihren Beckenboden mit Hilfe von Vaginalkonen (Vaginalgewichten) oder Femcon  Kegel Trainern stärken? Dann werfen Sie einen Blick in unsere Kategorie Beckenbodentrainer.

AUFBAU BECKENBODEN

Der Beckenboden gliedert sich in drei Muskelschichten:

  1. Diaphragma pelvis
  2. Diaphragma urogenitale
  3. Sphinkter- und Schwellkörpermuskulatur.

Die drei Muskelschichten sind insgesamt circa vier Zentimeter dick. Sie liegen fächerartig übereinander und sind über Muskelfasern und Faszien miteinander verbunden.

Das Diaphragma pelvis ist die innere Muskelschicht. Sie ist wie ein U-förmiger Trichter geformt und stellt die stärkste und größte Muskelschicht dar. Sie besteht aus zwei Muskeln: Musculus levator ani und Musculus coccygeus. In ihrem vorderen Teil weist die Diaphragma pelvis eine längsgerichtete Öffnung auf – das Levatortor bzw. der Levatorenschlitz. Das Levatortor ermöglicht den Durchtritt von Rektum, Harnröhre und bei der Frau zusätzlich von der Vagina.

Der vordere Teil des Beckenbodens wird als Diaphragma urogenitale bezeichnet. Das Diaphragma urogenitale ist eine circa ein Zentimeter dicke, trapezförmige Platte aus Muskeln und Bindegewebe. Sie erstreckt sich von der Schambeinfuge und den beiden Schambeinästen bis zu den Sitzbeinhöckern. Gebildet wird sie durch den Musculus transversus perinei profundus und Musculus superficialis. Neben der Harnröhre durchdringt bei der Frau noch die Vagina das Diaphragma urogenitale.

Bei der dritten, untersten Schicht handelt es sich um eine abschließende Muskelschicht aus Schwellkörpern und Schließmuskeln. Sie verläuft vom Schambein bis zum Steißbein und umschließt Harnröhre und After in Form einer Acht. Diese Beckenbodenschicht setzt sich aus drei Muskeln zusammen: Musculus ischiocavernosus, Musculus bulbospongiosus und Musculus sphincter ani externus.

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